Universität zu Köln
Studium der Germanistik, Anglistik und Philosophie mit den Schwerpunkten:
Linguistik des Deutschen & Englischen
Syntax Theorie
Morphologie
Phonetik & Phonologie
Sprachphilosophie
Literatur der Romantik bis moderne Literatur
Forensische Linguistik
Argumentationslogik
Allgemeine Ethik
Imagination
Musik & Sprache
Wissenschaftstheorie
Politische Philosophie
Die Kernfrage, warum die Spezies Homo Sapiens allein über ein komplexes Komputationssystem zur Bildung von Laut-Bedeutung Paaren verfügt, motiviert die Arbeit in ihren Grundzügen.
Unter dem Begriff „Biolinguistik“ formiert sich eine zeitgenössische theoretische Strömung, welche durch die interdisziplinäre Verknüpfung linguistischer Theorien mit evolutionsbiologischen und anthropologischen Diskursen eine Beantwortung dieser Frage verspricht.
Diese Arbeit diskutiert kritisch die Relation der linguistisch-minimalistischen Theorie Noam Chomskys [1995/2004] et. al. zu biolinguistischen Thesen bezüglich der „human faculty of language“. Die Diskussion vollzieht sich anhand der Analyse syntaktischer Komputationen, mit dem Ziel zu zeigen, dass:
1. Durch die theoretischen Reduktionen des linguistischen Minimalismus die Biolinguistik entstand und kritisch zu betrachtende Ableitungserscheinungen zwischen beiden Theorien bestehen.
2. Die Biolinguistik kein geschlossenes Wissenssystem darstellt, aber dennoch ein rudimentärer, wissenschaftlicher Rahmen zur Analyse von linguistisch-evolutionären Erklärungsansätzen bzgl. der human faculty of language formuliert werden kann.
3. Die rekursiv-syntaktische Operation „merge“ als modellspezifischer Ansatzpunkt in Teilen fähig ist evolutionäre Sprachentwicklung zu erklären und die tierische Kommunikation von menschlichem Sprachgebrauch abzugrenzen.
Einleitend wird der Untersuchungsgegenstand Sprache zum einen intuitiv und zum anderen theoretisch motiviert diskutiert.. Im Vordergrund der theoretischen Diskussion stehen modellspezifische Grundannahmen der Prinzipien- und Parameter Theorie in ihrer Entwicklung zur Rektions- und Bindungstheorie. Kapitel 3 fokussiert sich auf die Reduktion generativer Sprachtheorien unter minimalistischen Restriktionen. Der Schwerpunkt liegt auf der Beschränkung des syntaktischen Modells zur Erklärung und Beschreibung von Satzkonstruktionen, da in dieser Reduktion die entscheidende Schnittmenge zwischen minimalistischen und biolinguistischen Ansätzen besteht.
Die Analyse zentraler Relationen des minimalistischen Syntaxmodells mit evolutionstheoretischen, biologischen Erkenntnissen wird in Kapitel 4 vorgenommen. Dazu legen einführende Exkurse über Sprachevolution und das Verhältnis von Linguistik und Genetik die nötigen interdisziplinären Grundlagen. Die analytische Darstellung der von Chomsky, Hauser und Fitch [2002/2005] publizierten Definition der human faculty of language und die Erläuterung der biolinguistischen Methodik, bilden den wissenschaftlichen Rahmen zur Bewertung spezifischer interdisziplinärer Ansätze. Die biolinguistische Methodik wird in der zentralen Analyse der syntaktischen Operation merge auf sich selbst angewandt, um unterschiedliche erklärungsadäquate biolinguistische Thesen zu diskutieren.
Die kritische Analyse der exakten Relation zwischen Biolinguistik und dem minimalistischen Programm, mit anschließender Auflistung der entsprechenden Ergebnisse zu den Fragen 1-3 , schließen diese Arbeit ab.